Sie sind hier: Home » Das dritte Wolfhager Wirtschaftstreffen – mit Mut und Humor!
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Ein unvergesslicher Abend mit zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven – und gerade deshalb mit vielen Impulsen zum Nachdenken und zum Schmunzeln: Beim dritten Wolfhager Wirtschaftstreffen standen Resilienz, Transformation sowie die Chancen und Tücken der digitalen Welt im Mittelpunkt. Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Region kamen am 18. September in der Stadthalle zusammen, um neue Perspektiven mitzunehmen, Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Unter dem Leitgedanken „Wandel gestalten. Führung stärken. Zukunft ermöglichen.“ hatte die Wirtschaftsförderung der Stadt Wolfhagen ein Programm zusammengestellt, das ganz unterschiedliche Seiten des wirtschaftlichen Wandels beleuchtete. Dabei ging es nicht nur um neue Technologien und veränderte Rahmenbedingungen, sondern vor allem um die Menschen, die diesen Wandel in ihren Unternehmen gestalten.
Zum Auftakt gaben Richard Kurylas von der Wirtschaftsförderung Region Kassel und Benjamin Kiel Einblicke in die Arbeit des Transformationsnetzwerks Region Kassel sowie in die Unterstützungs- und Vernetzungsmöglichkeiten für Unternehmen. Sie machten deutlich, dass betriebliche Transformation nicht allein bewältigt werden muss: Austausch, Beratung und regionale Zusammenarbeit können gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen wichtige Unterstützung bieten.

Wie entscheidend der persönliche Umgang mit Druck und Belastung ist, zeigte anschließend Babak Rafati. Der ehemalige FIFA- und Bundesliga-Schiedsrichter sowie frühere Bankkaufmann in Führungsverantwortung nahm die Gäste sehr persönlich mit in die Themen Resilienz, Führung und Stressmanagement. Dabei schlug er den Bogen von seinen Erfahrungen aus dem Profisport zu den Herausforderungen des Berufslebens.
Rafati schilderte seinen Weg von Leistungsdruck, hohen Erwartungen und äußerem Erfolg bis hin zu einer existenziellen Krise. Heute nutzt er diese Erfahrungen, um für einen bewussteren Umgang mit Belastungen zu sensibilisieren. Wie bleiben wir auch in einer Zeit, die der Psychologe und Theologe Manfred Lütz als „Psychozeit“ bezeichnet, unter Druck handlungsfähig? Wie erkennen wir unsere eigenen Grenzen – und wie schaffen wir es dennoch, entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben?
Seine zentrale Botschaft an die Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte im Saal: Gute Führung beginnt bei der eigenen Person. Selbstführung, klare Kommunikation, Achtsamkeit und die Fähigkeit, Grenzen wahrzunehmen und rechtzeitig gegenzusteuern, seien wichtige Voraussetzungen dafür, dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Seine Impulse waren eindringlich und praxisnah – der langanhaltende Applaus sprach für sich.

Für den zweiten Höhepunkt des Abends sorgte der angekündigte Überraschungsgast. Was zunächst wie ein ausgesprochen ernsthafter Fachvortrag zur digitalen Stadtentwicklung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt in eine ebenso skurrile wie unterhaltsame Richtung. „Dr. Alexander Hartmann“ trat mit vermeintlich wissenschaftlichen Studien, komplizierten Formeln und einem eigens entwickelten Erfolgsmodell für Mittelzentren auf. Erst nach und nach wurde im Publikum klar: Hier war ein Comedyredner am Werk.
Mit seinem besonderen Blick auf Wolfhagen, eigens geschriebenen Liedern, ungewöhnlichen Werbeideen und abgedrehten mathematischen Formeln entwickelte er auf mitreißend komische Weise Vorschläge, wie die Stadt noch weiter nach vorne kommen könnte. Besonders seine angebliche „HIWGDPA-Methode“ trieb das Spiel mit Fachsprache und vermeintlicher Wissenschaft auf die Spitze. Hinter der eindrucksvoll präsentierten Formel verbarg sich schließlich eine überraschend einfache Botschaft: „Hauptsache, in Wolfhagen geht die Post ab!“
Auch Digitalisierung, Internet, Smartphones und Künstliche Intelligenz nahm der Comedian aufs Korn. Mit überraschenden Demonstrationen und KI-generierten Inhalten brachte er den Saal immer wieder zum herzhaften Lachen – und ertappte das Publikum zugleich dabei, wie leicht sich Aufmerksamkeit aufs Glatteis führen lässt. Damit bekam der unterhaltsame Auftritt eine zweite, durchaus ernste Ebene. Zwischen bewusstem Unsinn, technischen Spielereien und vielen Lachern stand eine hochaktuelle Frage im Raum: Was können wir noch glauben, wenn Bilder, Texte, Stimmen und vermeintliche Fakten digital in kürzester Zeit erzeugt werden können? Gerade für Unternehmen, Verwaltung und Gesellschaft wird ein bewusster und kritischer Umgang mit diesen Möglichkeiten immer wichtiger.
Bürgermeister Dr. Dirk Scharrer fasste die beiden unterschiedlichen Perspektiven des Abends zusammen: „Wandel beginnt im Kopf – und dafür brauchen wir beides: Mut und Humor. Mut, die eigenen Grenzen zu erkennen, zu Fehlern zu stehen und aus schwierigen Situationen neue Kraft zu schöpfen. Und Humor, um die Dinge gelegentlich aus einer anderen Perspektive zu betrachten und als Instrument für mehr Resilienz im Alltag sowie für mentale Gesundheit. Gerade in bewegten Zeiten helfen uns beide Fähigkeiten dabei, offen, entscheidungsfähig und zuversichtlich zu bleiben.“ Er hob zudem die große Bedeutung der Wolfhager Unternehmen und Gewerbetreibenden hervor. Sie leisteten jeden Tag einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Wolfhagen wirtschaftlich stark und als Stadt lebenswert bleibe.

Zu den Gästen zählten neben zahlreichen Wolfhager Unternehmerinnen und Unternehmern, Gewerbetreibenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Schule auch Gäste aus der gesamten Region. Unter ihnen waren Kai Georg Bachmann, Geschäftsführer des Regionalmanagements Nordhessen, Oliver Sollbach von der Region Kassel-Land sowie Dr. Ulrich Hoppe von der Hessischen Landgesellschaft.
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte die Big Band der Musikschule Wolfhagen. Beim anschließenden Beisammensein mit Speisen und Getränken blieb ausreichend Gelegenheit, die Impulse des Abends weiterzudenken, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu pflegen.
Das dritte Wolfhager Wirtschaftstreffen zeigte auf sehr unterschiedliche Weise, was Veränderungsfähigkeit heute bedeutet: offen für Neues zu bleiben, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, Kooperationen zu nutzen und neue Technologien mit Neugier, aber auch mit einem kritischen Blick zu betrachten. Vor allem aber bot der Abend das, wofür das Wolfhager Wirtschaftstreffen inzwischen steht: Raum für Begegnung, Austausch und neue Perspektiven am Wirtschaftsstandort Wolfhagen.

Das Spielmobil kommt auf die Dörfer!
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